In den Strassen von Porto
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In den Strassen von Porto
Porto ist die zweitgrösste Stadt Portugals, gleich nach Lissabon, der Hauptstadt des Landes. Letztere ist nach Ansicht einiger durch den Charme und die Dynamik unserer Hafenstadt bedroht, die als Ausgangspunkt für Portweine, die das Land verlassen, bekannt ist. Diese letzte Feststellung ist sicherlich reduzierend in Bezug auf die grosse Vielfalt von Porto.
In jedem Fall lädt die Schönheit der Stadt zu Spaziergängen durch die Strassen ein. In meinem Fall bemerkte ich sehr schnell die Präsenz von Kunstwerken an vielen Orten, ohne dass es sich um anerkannte oder offizielle Kunst handelte. Die Werke, scheint mir, verdienen aber trotzdem Aufmerksamkeit, auch wenn nicht alles grosser Kunst entspricht. Fragt mich nicht, was grosse Kunst ist, ausserdem, wer bin ich, um eine solche Frage zu beantworten? Ich stelle nur fest, dass ein Teil der bildenden Kunst aus den Museen zu fliehen scheint, auf die Gefahr hin, ihre Nachhaltigkeit zu verlieren.
Erst nach ein paar Spaziergängen, und nach vielen Fotos, habe ich mich über diese Werke und ihre Künstler gewundert. Zunächst einmal geniesst eine gewisse Anzahl dieser Gemälde offiziellen Status. So ist Bild 18 auf Keramik- oder Steingutplatten gemalt, so dass wir es möglicherweise mit einem Werk zu tun haben, das ein Nachfolger der traditionellen Azulejos Portugals sein kann.
Was die Nummer 09 betrifft, sehen wir, dass es sich um eine Steinplatte handelt, die von den Strassendiensten selbst in Kopfsteinpflaster eingebettet wurde, nehme ich an. Dann hat es aber auch andere Werke ohne offiziellen Status, Strassenkunst wird nicht mehr als Beleidigung der Gesellschaft wahrgenommen, wie es noch vor nicht allzu langer Zeit der Fall war. Falls meine Recherchen fehlerfrei sind, ist Don Quijote und Sancho Panza (2013, von Mesk, Fedor und Hots), Foto 03, das erste legale nicht kommissionierte Wandbild in Porto. Diese Stadt hat sich wirklich mit dem auseinandergesetzt, was wir als Urban Art, Strassenkunst, oder für Anglophile als Street Art kennen. Im Oktober 2023 fand dort die BALUARTE – Urban Art Exhibition statt und in diesem Zusammenhang wurden Führungen organisiert, ich bin also mit erheblicher Verspätung in Porto angekommen.
Die Fotos 19 bis 25 zeigen Malereien realisiert auf Wasser- und/oder Gasverteilerschränken für die Gebäuden, vor denen sie sich befinden. An einigen dieser Schränke gibt es kleine Tafeln, die darauf hinweisen, dass das Werk Teil des Programa de Arte Urbana do Porto 2024 ist – ein weiterer Schritt in Richtung der offiziellen Anerkennung von Strassenkunst. Auf Foto 24 lesen wir den Namen der Autorin, Rafi die Erste, die trotz ihres Künstlernamens Portugiesin ist. Ihrer Meinung nach ist "Urban Art der künstlerische Ausdruck des 21. Jahrhunderts [...] obwohl sie im Vergleich zur bildenden Kunst immer noch ziemlich verachtet wird" [porto.pt/noticias/paredes-que-contam-historias-arte-urbana-esta-viva-nas-ruas-da-cidade].
Das 25. Foto ermöglicht es uns, der bildenden Kunst zu entfliehen und uns in die Fantasie des Dichters Ricardo Reis oder Alvaro de Campos oder Alberto Caeiro zu flüchten, wer weiss...
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