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Fassaden - René Strehler

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René G. Strehler
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René G. Strehler

Fassaden

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Fassaden – erstes Kapitel
Beim Wort „Fassade“ denken wir an die Aussenseite eines Gebäudes, im Allgemeinen an die Hauptseite. Dieser vordere Teil soll die gesamte Konstruktion repräsentieren, einfach darstellen, wie eine Visitenkarte. Diese Aussage impliziert, dass die Fassade auch nur eine Fassade sein kann; d.h. sie steht vor der wahren Realität, deren Darstellung vielleicht nicht so schön ist. Wenn in einem Gebäude Geschäfte, Boutiquen oder andere Verkaufslokale untergebracht sind, gibt es dort auch Schaufenster und die Schaufenster sind die Fassaden der Geschäfte. Mit anderen Worten: Ein Schaufenster in einer Fassade ist eine Fassade innerhalb einer Fassade.
In der folgenden Fotogalerie finden wir einige Fotos von Fassaden bzw. Fassadenfragmenten aus verschiedenen Epochen. Die fotografierten Gebäude befinden sich wesentlich in Lissabon, Athen und Thessaloniki und entsprechen Wohnhäuser, Museen, Verwaltungsgebäude, Tempel und Kirchen.
Fassaden – zweites Kapitel
Fassaden sind auch zu Trägern für die offizielle oder inoffizielle Kommunikationen visueller oder textlicher Inhalte geworden. Diese können ideologische Schlagworte, Zeichnungen, Gedenktafeln oder anderes sein.
Wenn also ein Künstler im Laufe seines Lebens grosse Schwierigkeiten hat, die ihn oft wegen unbezahlter Mieten zum Umzug zwingen, bietet er der Verwaltung die Möglichkeit, sich als Vertreter einer wichtigen Kulturnation zu behaupten. Nach seinem Tod finden wir an jedem Ort Gedenktafeln wie „Hier lebte Mümmelmann“. Natürlich ist künstlerische Anerkennung nicht garantiert und: ohne Anerkennung keine Plakette.
Urban Art bzw. Street Art ist auch an Fassaden präsent, ihr Status ist jedoch nicht so klar. An Schulen oder Verwaltungsgebäuden findet man Sprühfarbenbilder mit behördlicher Genehmigung, aber auch heimliche Arbeiten, die mehr oder weniger geduldet werden. Der „Zürcher Sprayer“ der 1970er Jahre war für die Verwaltung zuerst ein Anarchist und erst später ein anerkannter Künstler. Und wie ist es mit Banksy?
Was mich betrifft, ich finde es schwierig, in vielen Tags eine künstlerische Motivation zu erkennen, sie erinnern mich eher an Katzen, die ihr Revier markieren, indem sie hier und dort pinkeln. Aber verallgemeinern wir nicht, auch politische Botschaften sind vorhanden, in diesem Fall scheint eine gewisse politische Marginalität (von rechts oder links) erforderlich zu sein. Diesbezüglich verteilen neue Medien wie XY, TikTok etc. die Karten neu: Fanatismus und Radikalismus (wieder von rechts oder links) finden ein Publikum, das weit über das der Fassaden hinausgeht. Schlimmer noch: die Botschaften werden akzeptabel.
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